Artikel mit dem angegebenen Tag "Indonesien"

Wochenende in Tanjung Karang

Wochenende am Strand von Tanjung Karang

Es ist Sonntag früh. Nach dem ersten Tauchgang liegen ein paar Gäste des Prince John Dive Resort auf den weißen Holzliegen. Aus dem türkisgrünen Wasser ragen zwei orangene Schnorchelspitzen. Zitronenfalter eilen von einer Seite des Sandstrandes zur anderen und wieder zurück.

Und dann, irgendwann im Laufe des Vormittags, flanieren Leute mit langen Hosen, Kaputzenpullis und Sneakers am Strand entlang. Manche tragen Motorradhelme, manche Kopftücher. Es ist Wochenende und die Leute aus Donggala und Palu kommen hierher, um sich zu entspannen und mit Freunden und der Familie einen Tag am Strand von Tanjung Karang zu verbringen.

Tanjung Karang ist ein kleines Fischerdörfchen, das sich direkt links an das Prince John Dive Resort anschmiegt. Tanjung Karang bedeutet Korallen-Halbinsel und die Strände hier sind ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen. Rechts vom Prince John Dive Resort und unterhalb der Gästebungalows, die in ungefähr zehn Metern Höhe über dem Meer und dem schmalen Strandstreifen liegen, reihen sich kleine überdachte Stände aneinander. Einwohner Tanjung Karangs verkaufen hier Getränke und Essen, pisang goreng zum Beispiel (gebackene Banane), vermieten Schlauchreifen und Schnorchel-Ausrüstung. Von Tanjung Karang gleiten Glasboden-Katamarane in einem kleinen Bogen mit einheimischen Touristen über die Korallen-Riffe hinweg, rüber zu den Ständen und wieder zurück. Aus sicherer Entfernung fotografieren Einige die Gäste des Prince John auf ihren Liegen, winken rüber und amüsieren sich. Und die Gäste fotografieren das Treiben am Strand und auf den Booten. Und amüsieren sich.

Gegen Ende des Tages werden die Ausflügler noch ausgelassener. Katamarane werden geentert und als Sprungbrett benutzt. Im Wasser wird gedöppt, geplanscht, geschnorchelt und gepaddelt. Über Wasser gelacht und gesungen. Teenager posieren, knipsen Handyfotos und schreiben SMS. Bevor es kurz vor 18 Uhr anfängt zu dämmern, werden die Gäste vom Prince John als Fotomotiv entdeckt. „Hello Mister! Foto! Foto?” fragen sie lächelnd und kichern. Wer das OK für ein Foto gibt, sollte sich aber nicht wundern, wenn dann alle Freunde des Fragenden nacheinander auf der eigenen Liege Platz nehmen wollen, um ebenfalls ein fotografisches Andenken zu erhalten.

Fotos: Klaudia Pirc

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Fünf-Kubikmeter-Königreich

Unter einem geräumigen mit großen Blumen bedruckten Moskitonetz sitze ich im Schneidersitz im Dunkeln auf meiner 160cm-Matratze. Vor mir, die weit geöffneten Flügeltüren des kleinen, auf Stelzen gebauten Holzbungalows, die Terrasse mit zwei Stühlen und einem kleinen Rattantisch. Zwischen den Bodenbrettern dringt das Licht der unter der Terrasse angebrachten Lampe ganz leicht in Streifen nach oben. Vor mir ein paar Bäume, dann das Meer. In der Hülle dieses Moskitonetzes bin ich Königin und herrsche über ein Netbook, eine Taschenlampe, einheimische Antimücken-Creme, zwei Notizbücher, ein Stift, mein Handy, zwei Kissen, zwei Decken und eine Flasche Wasser.
Ich trage nur einen Bikini. Und ein Lächeln im Gesicht.


Foto: vom Bett aus. Keine Nachtaufnahme, natürlich ;)

 

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Social Media mit Schnorchel und Beuteltier – Travelling Agent reist nach Sulawesi

Sulawesi? Wo ist das denn? Ach, Indonesien!! Irgendwo bei Bali, ne?

Äh…jein. Sulawesi ist die viertgrößte Insel Indonesiens. 2/3 der Größe Deutschlands. In Fußballfeldern kann ich das nicht angeben, zumal Fußballfelder in der zerklüfteten und äusserst bergigen Landschaft kaum Platz fänden. Im Gegenzug ist auf dieser krakenförmigen Insel aber kein Ort weiter als 50 km von der Küste entfernt.

In ein paar Tagen werde ich meine Zehen in warmes, tropisches Wasser dippen und mich schnorchelnd fortbewegen. Und nicht nur das! Ich werde sogar ein paar Workshop-Einheiten Facebook einlegen. Vielleicht auch über flickr, ganz bestimmt über Twitter sprechen, ein Online-Kommunikations-Konzept entwickeln, Gespür für Geschichten wecken.


[Foto: Prince John Dive Resort]

Als Travelling Agent bin ich ab kommenden Mittwoch für 3 Wochen am Prince John Dive Resort auf Sulawesi. Im Umkreis von 300 Kilometern ist es, gelegen an der Westküste Zentralsulawesis in der Nähe von Palu, die einzige Tauchbasis weit und breit. Das ist für ein Resort einerseits eine beneidenswerte Position, zeigt aber zugleich, dass der touristische Zustrom auf Sulawesi eher gering ist. Vom Massentourismus ist man hier weit entfernt. Das heißt, wer hierher kommt, hat meist ganz gute Gründe. Sulawesi ist bei Tauchern wegen seiner nahezu unberührten und artenreichen Tauchplätze beliebt. Andere zieht vor Allem der Totenkult der Toraja in diese entlegene Gegend. Ansonsten ist Sulawesi oftmals eine wissenschaftlich motivierte Destination. Denn Sulawesi ist eine der artenreichsten Regionen der Welt und beherbergt in den ausgedehnten Dschungeln zahlreiche endemische Arten.

Für ein solch entlegenes Resort, ist es umso wichtiger, über Stammgastempfehlungen und einer guten Vernetzung mit Reiseagenturen hinaus, Interesse für einen Aufenthalt zu wecken. Daher haben wir zunächst eine Facebook Seite eingerichtet. Ehemalige und zukünftige Gäste können sich hier austauschen, Tauchinteressierte einen Eindruck vom Resort und den Tauchplätzen bekommen. Obwohl Alexander Franz, der Betreiber des Prince John, bisher noch nicht den richtigen Draht zur Betreuung der Facebook Seite gefunden hat, und alle Posts und einige der Kommentare über Kulturwerkzeug/Travelling Agent veröffentlicht wurden, ist die Aktivität überraschend hoch. Ohne Aufforderung laden Fans Bilder vom Resort und den Tauchplätzen hoch, posten, dass sie bald im Resort urlauben werden und Ähnliches.  Als Seiten-Administrator sieht man das prozentuale Aktivitätslevel zu jedem Post. Und da können wir mit Werten zwischen 1% und 3% schon sehr zufrieden sein. Mit meinem Aufenthalt im Resort, den Workshops und dem Austausch über die Möglichkeiten der Online-Kommunikation soll aber mehr erreicht werden: mehr Information, mehr Kommunikation und natürlich noch mehr Begeisterung für das Resort.

Ich freue mich auf drei schöne Wochen Work-Life-Balance. Es wird eine perfekte Mischung aus Arbeit und Vergnügen, wobei ich ja zugebe, dass ich durchaus Spaß an meiner Arbeit habe.

Ach ja, die Sache mit dem Beuteltier: auf der Anlage soll sich eine Kuskus-Familie aufhalten. Knopfaugen-Alarm! Ich werde dahinschmelzen…

[Foto: Sakurai Midori via Wikipedia]

 

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